Sizilianisches Lexikon - Von Naxos bis Noto

Sizilianisches Lexikon, für die Reise und den Wissensdurst

Naxos. Erste griechische Gründung auf Sizilien: 735 v.Chr. ließen sich hier, unter dem heutigen Taormina Siedler aus Euböa nieder. Durch Dionysios I. von Syrakus zerstört. Von den Ausgrabungen (Stadtmauer, Tempelfundamente) und vom Capo Schiso schöner Blick auf Taormina und den Ätna. In letzter Zeit sind in der Nähe («Giardini Naxos») Strandhotels gebaut worden.

Nebrodi. Die Nebrodi, oder Caronie liegen im Innern der Insel zwischen Capo d'Orlando und Santa Stefano di Camastra. Sie bilden die zweitgrößte Bergkette zwischen den Peloritani-Bergen und den Madonie und sind etwa 70 Km lang. Sie bestehen aus Sand und Ton und abgerundete Gipfel. Sie erreichen mit den Bergen des Monte Sore (1847 m), Serra di Re (1757 m), Poggio Tornatore und Rocca di Novara (1340 m) eine bemerkenswerte Höhe. Die Flußläufe des Alcantara und des Simeto trennen die Bergketten der Caronie und der Peloritani vom Bergmassiv des Ätna. Die seichten Hänge sind normalerweise mit großen Eichen-, Buchen-, Uliven- und Eschenwäldern bewachsen. Der längste Fluß Siziliens, der Simete, entspringt in der Bergkette der Nebrodi, auf dem Serra di Re; in ihn münden einige wichtige Zuflüsse, wie der Dittàino und der Gornalunga. Der Alcantara fließt in Richtung Süden bis nach Randazzo.
Der Park der Nebrodi wurde 1993 gegründet und ist mit seiner Ausdehnung von 86.000 Ha einer der größten Europas. Er befindet sich größtenteils in der Provinz von Messina, aber auch in der von Catania und Enna. Er besteht aus großen Wäldern mit Buchen, Zierreichen und Korkbäumen (in den Buchenwäldern gibt es Stechpalmen und Eibenbäume). Hier leben Marder, Wildkatzen, Igel und einige große Raubvögel.

Nicosia (15 929 Ew.), bedeutende landwirtschaftliche Handelsstadt an den Südhängen der Nebrodi-Berge. Einst eine Ortschaft der Sikuler, die ihre Blütezeit unter der normannischen Herrschaft hatten. Die Stadt zieht sich an vier, von einem Felsensporn beherrschten Anhöhen hinauf auf dem sich die Reste der normannischen Burg und die Kirche Santa Maria Maggiore befinden.
Die Kathedrale San Nicola (Piazza Garibaldi) aus dem 14 .Jh ist das bedeutendste Bauwerk der Stadt. Sie wurde mehrmals verändert und besitzt von dem ursprünglichen Bau noch das reich verzierte Tor, den Glockenturm mit großen Drillings- und Zwillingsfenstern und einem schönen Portikus aus dem 15. Jh., der sich an der linken Seite entlangzieht. Im dreischiffigen Innern verbergen die später hinzugefügten Gewölbe die ursprüngliche Hängewerkdecke, die im 15. Jh. mit Malereien verziert wurde. Unter den zahlreichen Kunstwerken erwähnen wir die schöne Kanzel aus Marmor aus der Schule der Gagini in dem Mittelschiff, das Kruzifix aus dem 17. Jh. von Fra Umile da Petralia in der Kapelle rechts von der Hauptkapelle, verschiedene Gemälde aus dem 17. Jh. und die Chorstühle, ein barockes Holzwerk, im Presbyterium. Santa Maria Maggiore wurde im 13. Jh. gegründet und nach dem Erdrutsch von 1757, der die Ortschaft teilweise zerstörte, vollständig neu aufgebaut. Im Innern sticht das riesige Altarbild im Hintergrund des Presbyteriums hervor, das A. Gagini zwischen Ende des 15. und Anfang des 16. Jh. schuf (Geschichte der heiligen Jungfrau). An der rechten Säule des Presbyteriums lehnt der sogenannte Thron von Karl V. In den Kirchen Carmine und San Michele befinden sich weitere Skulpturwerke des Gagini. Sehr schön ist ebenfalls das Spitzbogentor der Kirche San Benedetto, das mit einer Rosette aus dem 15. Jh. verziert ist.

Noto, Siziliens schönste und auch geschlossenste Barockstadt (22 000 Ew.) liegt auf einem flachen Ausläufer der Iblei - Berge über der Küstenebene mit ihren dichten Olivenhainen, die schattig wie Wälder sind. Nach dem Erdbeben von 1693, dem insgesamt in ganz Südostsizilien 25 Dörfer und 10 Städte zum Opfer fielen, darunter das mittelalterliche Noto Antica, dessen Ruinen 9 km landeinwärts liegen.